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Lebensmittel / Nahrungsmittel

Lebensmittel-Anbau historisch

In der Frühzeit waren die Menschen Jäger und Sammler. Der Ackerbau hat sich erst später entwickelt.
Im 8. Jahrhundert setzte sich die sogenannte Dreifelder-Wirtschaft mit Winter- und Sommergetreide und einer einjährigen Ruhe der Böden durch. Mit wachsender Bevölkerung wurden auch mehr Lebensmittel benötigt. Seit dem 18. Jahrhundert wird die kontinuierliche Fruchtfolge praktiziert.
Das 19. und 20. Jahrhundert wurden durch weitere Technisierung und Spezialisierung der Landwirtschaft geprägt. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wird preiswerter synthetischer Dünger hergestellt und verwendet.
In Deutschland wurden im Jahr 2003 insgesamt 17 Millionen ha Boden landwirtschaftlich genutzt (49,3 % der Gesamtfläche Deutschlands), davon 11,8 Millionen ha für die Pflanzenproduktion.
Um 1900 erzeugte ein Landwirt Lebensmittel für 4 Personen, 1950 waren es schon 10 Personen und 2004 schließlich 143 Personen.
Diese Entwicklung war nur durch eine weitreichende Technisierung möglich; aber sie hat auch ihre Schattenseiten.

Ökonomische und soziale Probleme

Industriealisierung hat noch eine andere Folge als nur die technische Modernisierung; viele kleine Betriebe können nicht mehr rentabel arbeiten und geben auf, was eine Konzentration auf wenige, dafür aber im großen Stil, arbeitende Betriebe nach sich zieht. Um immer bessere Erträge mit möglichst wenig Kapitaleinsatz zu erzielen, werden große Bearbeitungsmaschinen eingesetzt. Auch herkömmliche Anbaumethoden verlieren an Attraktivität und weichen dem Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide, die durch Monokulturen erforderlich werden. Da die Anbaufläche in allen Ländern gleich bleibt, entwickelt sich ein Verdrängungsmarkt.

Obwohl auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln besteht und die Preise fallen, gibt es auf der anderen Seite Menschen, die hungern. Die derzeitige Subventionspolitik trägt da wohl eher nicht zur Lösung des Problems bei.

Ökologische Probleme

Aus dem Strukturwandel in der Landwirtschaft ergeben sich zahlreiche Probleme und Schädigungen von Boden, Wasser, Luft und Organismen:

  • Unser Wasser (Oberflächenwasser) wird mit manchen Stoffen zu sehr belastet
  • Es lassen sich in Böden Pestizide nachweisen
  • Pestizide wurden auch schon im Grundwasser nachgewiesen
  • Pflanzenschädlinge weisen bereits Resistenzen gegen bestimmte Spritzmittel auf
  • Schadstoffe können sich in den Pflanzen anreichern
  • Durch einseitige Pflanzungen können Nutzpflanzen krankheitsanfällig werden, was wiederum den Einsatz von weiterer Chemie erfordert
  • Die Vielfalt unserer Nutzpflanzen leidet, da immer mehr ertragsreiche Sorten angebaut werden
  • Bodenerholung ist nicht mehr möglich, da ein Ruhejahr heute nicht mehr aktuell ist
  • Durch den Einsatz von schweren Maschinen kann der Boden verdichtet werden, die Bodenbeschaffenheit leidet.
  • Der Vitalstoff-Gehalt (Mineralien, Vitamine, Spurenelemente) sinkt, da die Böden vitalstoffärmer werden (z.B. durch Kunstdüngereinsatz)
  • Lt. WHO-Schätzung gab es Ende der 1980er Jahre etliche Pestizidvergiftungen bei Landwirten