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BIO - eine Alternative ?

In Deutschland gibt es nicht nur den konventionellen Nahrungsmittel-Markt. Eine immer stärker werdende Fraktion kauft BIO-Lebensmittel. Das haben zwischenzeitlich auch die großen Discounter gemerkt und es gibt kaum noch einen Supermarkt, der keine Bio-Ecke hat.
Was die Qualität der einzelnen Produkte betrifft - das sollte jeder selbst entscheiden. In den kleineren Naturkostgeschäften und Hofläden gibt es oftmals nur Produkte aus der Region und in der Saison. Will man also unbedingt Erdbeeren im Winter essen und das auch noch in BIO-Qualität, dann hat man wohl eher im Supermarkt Erfolg, da hier auch viele Waren aus fernen Ländern angeboten werden.
Links sehen Sie das neue und darunter das herkömmliche EU-Bio-Siegel.

Lebensmittel-Siegel

Die Frage ist, woran erkenne ich, ob die angebotene Ware bio ist? Das können Sie z.B. an den einzelnen Siegeln erkennen. Das bekannteste ist das Bio-Siegel, das 2001 von der damals zuständigen Ministerin Renate Künast, ins Leben gerufen wurde. Für alle so gekennzeichneten Produkte gelten die Öko-Richtlinien der EU, die Mindestökostandards garantieren. Mittlerweile tragen über 45.000 Produkte dieses Siegel.

Mehr Informationen hierzu finden Sie auf: www.bio-siegel.de

Anbauverbände

Neben dem Bio-Siegel gibt es auch noch die, der einzelnen Anbauverbände. Die Kriterien solcher Verbände sind strenger als die EU-Richtlinien. Die nachfolgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Öko-Verbände wie z.B. Bioland, Demeter u.a. EU-Öko-Verordnung / Bio-Siegel
Düngung mit konventioneler Gülle verboten Düngung mit konventioneller Gülle erlaubt, wenn der Bedarf vorher von der Kontrollstelle bestätigt wurde
Organische Dünger wie Blut-, Fleisch- und Knochenmehle sind verboten Organische Dünger wie Blut-, Fleisch- und Knochenmehle sind erlaubt
Maximale Anzahl der Tiere: 140 Hennen, 280 Hähnchen oder 10 Mastschweine pro Hektar Maximale Anzahl der Tiere: 230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Mastschweine pro Hektar
Der gesamte Hof muss ökologisch betrieben werden Neben der ökologischen ist eine konventionelle Bewirtschaftung in einem Betrieb möglich
Mindestens 50 Prozent des Futters muss vom eigenen Hof stammen Eigene Futterproduktion ist nicht vorgeschrieben

Zu den bekannten Anbauverbänden gehören:

Bioland (www.bioland.de)
Biokreis (www.biokreis.de)
Biopark (www.biopark.de)
Demeter(www.demeter.de)
Ecoland (www.ecoland.de)
Eco Vin (www.ecovin.org)
Gäa ökologischer Landbau (www.gaea.de)
Naturland (www.naturland.de)
Ökosiegel (www.oekosiegel-ev.de) in Gäa aufgegangen
IFOAM ist der weltweite Dachverband ökologisch arbeitender Bauern und Verarbeitungsbetriebe. Das Logo ist häufig auf Öko-Lebensmitteln aus Ländern außerhalb der EU zu finden. (www.ifoam.org)




Bio im Supermarkt

Auch die großen Discounter haben den Trend erkannt. Viele Handelsketten bringen eigene Label heraus. Diese Marken erfüllen mindestens die Kriterien des staatlichen Biosiegels. Zwei bekannte Bio-Supermärkte sind Alnatura und Basic, wobei Alnatura ca. 8000 ökologisch erzeugte Produkte anbietet. Alnatura vertreibt die Produkte in eigenen Filialen, bei Budnikowski, in DM-Märkten und bei Tegut. Basic hingegen hat eigene Filialen in vielen deutschen Großstädten. Die Marken in den Supermärkten:

Wertkost (Edeka)
Füllhorn (Rewe)
BioBio (Plus)
GrünesLand (Metro)
Naturkind (Tengelmann / Kaiser's)

Seit Anfang 2006 führt auch Aldi ein begrenztes Bio-Sortiment unter dem schlichten Markennamen Bio. LIDL zog im Juni 2006 nach.

Der neue Trend zu "Billig-Bio" ist durchaus zwiespältig. Einerseits gelingt durch die Discounter vielleicht der Sprung aus der Öko-Nische, andererseits wird der Preisdruck für Bio-Bauern immer größer - die Folgen sind aus der konventionellen Landwirtschaft bekannt.

Zusatzstoffe in Bio-Produkten

E-Nummer Bezeichnung Auch für Bio-Anbauverbände zugelassen
E 170 Calciumcarbonat ja
E 270 Milchsäure ja
E 290 Kohlendioxid ja
E 296 Apfelsäure ja
E 300 Ascobinsäure ja
E 306 Tocopherolhaltige Extrakte natürlichen Ursrungs nein
E 322 Lecithine ja
E 330 Citronensäure ja
E 333 Calciumcitrate ja
E 334 Weinsäure nein
E 335 Natriumtatrate ja
E 336 Kaliumtartrate ja
E 341 (i) Monocalciumphosphat nein
E 400 Alginsäure nein
E 401 Natriumalginat nein
E 402 Kaliumalginat nein
E 406 Agar-Agar ja
E 407 Carrageen nein
E 410 Johanisbrotkernmehl ja
E 412 Guarkernmehl ja
E 413 Traganth nein
E 414 Gummi arabicum nein
E 415 Xanthan nein
E 416 Karayagummi nein
E 422 Glycerin nein
E 440 (i) Pektin nur 440a
E 500 Natriumcarbonate ja
E 501 Kaliumcarbonate ja
E 503 Ammoniumcarbonate ja
E 504 Magnesiumcarbonate ja
E 516 Calciumsulfat nein
E 524 Natriumhydroxid ja
E 551 Siliciumdioxid nein
E 938 Argon nein
E 941 Stickstoff ja
E 948 Sauerstoff ja

Die EG-Öko-Verordnung macht bisher keine Angaben zur Verarbeitung tierischer Produkte und zur Herstellung von Wein. Daher füllen die Anbauvereine mit ihren Regelungen hier eine gesetzliche Lücke. Sie lassen für diese Zwecke folgende Zusatzstoffe zu:

Fleisch - E 325 - 327 (Natrium-, Kalium- u. Calciumlactat)
Wein, Met, Honigwein - E 220 (Schwefeldioxid)

Auch im Falle der Bio-Produkte ist die Anwendung der Zusatzstoffe selbstverständlich auf bestimmte Produkte und Produktgruppen beschränkt. Außerdem dürfen bestimmte Stoffe nur in bestimmten Höchstmengen eingesetzt werden.

Die folgender Stoffe sind in Bio-Lebensmitteln darüber hinaus als Hilfsstoffe für die Verarbeitung zugelassen:

E 290 - Kohlendioxid
E 513 - Schwefelsäure
E 553b - Natriumhexacyanoferrat
E 558 - Bentonit
E 901 - Bienenwachs
E 903 - Carnaubawachs

Wie alle technischen Hilfsstoffe müssen sie nicht auf dem Etikett angegeben werden, einige Bio-Anbieter kennzeichnen unter Umständen dennoch.

Weitere Infos zu Zusatzstoffen finden Sie unter www.zusatzstoffe-online.de

Formulierungen wie "aus kontrolliertem Anbau", "von staatlich anerkannten Bauernhöfen", "aus integrierter Landwirtschaft", "aus alternativer Haltung" usw. sind nicht gesetzlich geschützt. Auch "ungespritzt" oder "ohne Spritzmittel" gibt keine Sicherheit. Nur die Begriffe "Bio" und "Öko", "biologisch" und ökologisch sind durch die EG-Öko-Verordnung gesetzlich geschützt.

Öko- oder Bio-Lebensmittel haben immer die Nummer der Kontrollstelle auf ihrem Etikett - und meist auch ein oder mehrere Siegel