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Ist Naturkosmetik anders?

Früher gab es recht wenig Kosmetik. Für viele Menschen galt Wasser, Seife und die Creme in der "blauen Dose" als ausreichend. In der Moderne gilt Pflege und Kosmetik zunehmend als selbstverständlich, was die guten Zahlen der Kosmetik-Industrie zeigen. Im Jahr 2007 gaben z.B. deutsche Frauen rund 2,9 Milliarden Euro für die Pflege der Haut aus.

Unsere Haut ist flächenmäßig mit 1,5 mal 2 qm (je nach Körpergröße) unser größtes Organ. Im Durchschnitt macht die Haut etwa 20 Prozent des Gesamtkörpergewichts aus. Sie wächst jeden Tag um 0,002 mm und enthält ungefähr ein viertel des im Körper gespeicherten Wassers. In einem Quadratzentimeter Haut befinden sich ca. 600.000 Zellen, 5.000 Sinneszellen, 100 Schweißdrüsen, 4 Meter Nervenbahnen, 1 Meter Blutgefäße, 15 Talgdrüsen, 5 Haare und 150.000 Pigmentzellen. Ein ziemlich faszinierendes Organ.
Falsche Ernährung, Stress, Medikamente, Nikotin und Alkohol aber auch "Pflege" kann sichtbare Zeichen auf der Haut hinterlassen. Sie fragen jetzt vielleicht: Warum Pflege? Weil so mancher Inhaltsstoff bedenklich, zu mindest aber umstritten ist. Ein Beispiel: In vielen Lotionen befindet sich Paraffinöl (gewonnen z.B. aus Erdöl), dass nur in die oberste Hautschicht eindringt und wie ein Film wirkt, d.h., die Haut wird "abgedichtet". Wie soll die Haut dann ihre natürliche Aufgabe erfüllen?

Naturkosmetik

Fast alle Naturkosmetikhersteller verzichten weitmöglichst auf solche Stoffe. Statt chemischer Konservierungsmittel zur Haltbarmachung werden in Naturkosmetik vorwiegend alkoholische Kräuterauszüge oder ätherische Öle eingesetzt. Enthält ein Naturprodukt synthetische Konservierungsstoffe, so ist der Hinweis darauf Pflicht. Kontrollierte Naturkosmetik darf entsprechend auch nur naturidentische Konservierungsstoffe enthalten, wie z.B. Benzoesäure, ihre Salze und Etylester, Sorbinsäure und ihre Salze, Salicylsäure und ihre Salze oder Benzylalkohol. Die Herstellung von Naturkosmetikprodukten findet unter strengen mikrobiologischen Kontrollen statt. Eine Entkeimung von organischen Rohstoffen und kosmetischen Endprodukten durch radioaktive Bestrahlung ist nicht gestattet. (Siehe www.kontrollierte-naturkosmetik.de)

Siegel in der Naturkosmetik

BDiH Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen
für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V.
Die Arbeitsgruppe Naturkosmetik erarbeitete die Richtlinie "Kontrollierte Natur-Kosmetik", nach der seit Januar 2001 richtlinienkonforme Naturkosmetik-Produkte mit einem Verbands-Prüfzeichen versehen werden können. Wichtigstes Ziel der Richtlinie ist die Vermeidung von Verbraucherirreführung durch die Festlegung von Kriterien.

ECOCERT ist eine Organisation zur Bio-Zertifizierung, gegründet im Jahr 1991 in Frankreich. Es hat seinen Sitz in Europa, führt allerdings Inspektionen in über 80 Ländern durch und ist damit einer der größten Bio-Zertifizierungsorganisationen in der Welt.
ECOCERT zertifiziert in erster Linie Lebensmittel und Produkte, prüft aber auch Kosmetik, Waschmittel, Parfums, und Textilien. Das Unternehmen kontrolliert 70% des ökologischen Landbaus und der verarbeitenden Industrie in Frankreich sowie 30% weltweit.

Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V. Naturland engagiert sich weit über die Lebensmittelproduktion hinaus, so z.B. in den Bereichen Ökologische Waldnutzung, Textilherstellung und Kosmetik.
Kosmetik mit diesem Zeichen muss BDiH zertifiziert sein. Darüber hinaus müssen 95 Prozent der landwirtschaftlichen Rohstoffe aus Naturlanderzeugung stammen.

Das NaTrue-Label mit einem Stern
„NaTrue“-Naturkosmetika mit einem Stern erfüllen alle strengen Grundanforderungen an Inhaltsstoffe aus der Natur. Auch ist festgelegt, welche Verfahren zur schonenden Verarbeitung der Zutaten erlaubt sind.
Das NaTrue-Label mit 2 Sternen
Bei NaTrue-zertifizierten Naturkosmetik-Produkten mit zwei Sternen müssen die enthaltenen Naturstoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs zu mindestens 70 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung gemäß den Kriterien der EG-Öko-Verordnung stammen.
Das NaTrue-Label mit 3 Sternen
In NaTrue-zertifizierten Produkten mit drei Sternen stammen die enthaltenen Naturstoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs zu mindestens 95 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung – es handelt sich dabei also um echte Bio-Kosmetik.

Naturkosmetik ist anders

Das Wichtigste in der Naturkosmetik sind die Rohstoffe und das Herstellungsverfahren. Alle verwendeten Stoffe kommen schließlich direkt mit der Haut in Kontakt und können dadurch vom Organismus aufgenommen werden. Die natürlichen Rohstoffe sind nicht besser oder schlechter als synthetisch hergestellte Produkte - sondern anders! Bei der kontrollierten Herstellung kann man jedoch sicher sein, dass die Umwelt nicht unnötig belastet wird, keine Tiere leiden müssen und umstrittene Pflanzen (wie z.B. gentechnisch veränderte Pflanzen) keine Verwendung finden.
Außerdem kann der menschliche Körper wahrscheinlich mit natürlichen Stoffen besser umgehen, als mit synthetisch hergestellten. Das scheint auch das Wachstum dieser Branche zu bestätigen, immerhin hatten Naturkosmetikhersteller im Jahr 2007 ein Umsatzplus von 20 Prozent.
Viele Menschen, die auf synthetische Stoffe mit Unverträglichkeiten oder Allergien reagieren, kommen mit Naturkosmetik wunderbar zurecht; was natürlich eine solche Reaktion nicht ausschließen kann. Hautsensible Personen sollten darum jedes Produkt in der Armbeuge testen, egal ob vom konventionellen oder Naturhersteller.