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INCI - was ist das?

Seit 1999 gibt es eine EU-Richtlinie nach der INCI-Nomenklatur (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients), die alle Inhaltsstoffe angibt, die in Kosmetik- und Pflegeprodukten enthalten sein dürfen. Etwa 6300 Einzelstoffe werden hier genannt. Wer die Liste liest und sich informiert, welche Meinungen dazu existieren, erkennt sehr schnell, dass auch bedenkliche Stoffe in dieser Liste zu finden sind. Dazu gehören z.B. die Azofarbstoffe (synthetische Teerfarben) oder Oxidationsfarben für die Haare. Sie sollen krebserregende aromatische Amine wie Anilin und Nitrosamin bilden können. Auch Stoffe die ein hohes Allergie-Potential aufweisen, wie z.B. halogenorganische Verbindungen mit Chlor, Fluor, Brom und Jod, sind in der Kosmetikindustrie zugelassen.

Das Versprechen des europaweit einheitlichen INCI-Systems, wonach keine gesundheitsschädigenden Kosmetikbestandteile in den Verkehr gebracht werden dürfen, klingt in unseren Ohren seltsam, wenn Stoffe wie Formaldehyd oder deren Abspalter (wie z.B. das giftige Methanol) oder Konservierungsmittel auf Quecksilberbasis als erlaubte Zusatzstoffe in Pflege- oder Kosmetikprodukten enthalten sein dürfen.

Wie wird deklariert

Wie bei Lebensmitteln werden die enthaltenen Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Als erstes stehen also immer jene Stoffe, von denen das Produkt am meisten enthält. Stoffe, die weniger als 1 Prozent des Produktes ausmachen, stehen in ungeordneter Reihenfolge aufgeführt. Auch Farbstoffe finden sich am Ende der Liste. Für sie gelten die sogenannten Colour-Index-Nummern, das ist die Abkürzung CI und eine fünfstellige Nummer.
Bei dekorativer Kosmetik, die in mehreren Farbnuancen erhältlich sind, können alle möglicherweise vorkommenden Farbstoffe in einer eckigen Klamer aufgelistet sein; beispielsweise [+/-Cl 18050, Cl 11680], wobei das +/- Zeichen bedeutet, das dieser Stoff auch gar nicht enthalten sein kann.

Schützen die Vorschriften den Verbraucher?

Hersteller müssen den Behörden ein umfangreiches Dossier vorlegen, das neben den Inhaltsstoffen nach INCI, Herstellervorschriften, hygienischen Standards usw. auch ein Sicherheitsblatt über jeden einzelnen Rohstoff verlangt.
Bei toxilogisch bedenklichen, synthetischen Rohstoffen mag das ja sinnvoll sein, allerdings gehören nach unserer Meinung solche Stoffe nicht in Pflege- oder Kosmetikprodukte. Pflege- und Kosmetikprodukte sollen nach Intention des Gesetzgebers, bei sachgemäßer Anwendung frei von Nebenwirkungen sein und keine gesundheitlichen Schäden auslösen.
Die Realität sieht allerdings anders aus. Die möglichen "Nebenwirkungen" reichen von Hautirritationen über Allergien bis hin zu einer Erbgutveränderung oder Krebsgefährdung. Immer wieder zeigen Studien neue Risiken auf.
Der IVDK (Informationsverbund Dermatologischer Kliniken) der weltweit größte Datenverbund von vierzig Hautkliniken in Deutschland, Östereich und der Schweiz, nennt nach Nickel, die synthetischen Duftstoffe (die Pheromone) als die am weitesten verbreiteten allergieauslösenden Stoffe. Es werden ausdrücklich unter den häufigsten Kontaktallergenen auch Haarfarben, Deos und Pflegesalben genannt.