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Schadstoffe sind überall

Schadstoffe, die in unserer Umwelt vorkommen, sind uns größtenteils bekannt. Man kann sie also möglichst vermeiden. Anders sieht das bei den unzähligen Chemikalien aus, die von einer fleißigen Industrie hergestellt werden. Meist kennen wir weder die Herstellungsverfahren noch die Auswirkungen auf Umwelt oder Gesundheit. Die meisten dieser Stoffe haben eine lange "Halbwertzeit", d.h. es dauert sehr lange, bis sie biologisch abgebaut werden können, wenn ein Abbau überhaupt möglich ist.
Zu diesen Chemikalien gehören u.a. Lösungsmittel (z.B. Benzol, Toluol), Farbstoffe und ihre Zwischenprodukte (z.B. Anilin), synthetische Klebstoffe, Vinylchlorid (Ausgangsstoff zur Herstellung von PVC), Pestizide (z.B. DDT, Lindan, Chlordecon) und PCBs.

Die Amerikanische Gesellschaft für Chemie sammelt seit 1907 alle neu entwickelten chemischen Verbindungen. 1954 enthielt diese Liste rund 600.000 Verbindungen, mittlerweile kommen pro Jahr mehr als 600.000 Verbindungen hinzu, so das heute mehr als 27 Millionen syntetische Verbindungen existieren, eine gigantische Zahl. Und nur für einen Bruchteil dieser Substanzen gibt es Daten über ihre Auswirkungen.
In Europa finden derzeit etwa 33.000 chemische Stoffe Anwendung, deren Auswirkungen allerdings auch nur zu einem geringen Prozentsatz bekannt sind. Manche Stoffe, die in Deutschland bereits verboten waren, gelangen durch den Zusammenschluss der EU doch wieder auf den deutschen Markt (Beispiel Azofarbstoffe). Das neue "Chemikalienrecht" (REACH - Registration, Evaluation and Authorisation of Chemikals) ist derzeit nur ein recht unzureichendes Werkzeug um all die giftigen und umweltschädlichen Substanzen zu reglementieren.

Schadstoffe finden sich aber nicht nur in der Umwelt, der Nahrung und der Kosmetik; unser Haushalt ist auch nicht frei davon, denken wir an Putzmittel, Raumdüfte, Düngemittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel für Pflanzen. Neugierig wie ich bin, versuchte ich herauszufinden, was im Waschmittel oder dem Reinigungsmittel, das vollmundig in der Werbung angepriesen wird, drin ist. Beim Reiniger war der Schock schon groß, außer einem Hinweis auf weniger als 5% Tenside und Duftstoffe gab es keine Inhaltsstoffangabe. Die Website gab schon ein paar mehr Hinweise, jedoch was da im einzelnen enthalten ist, konnte ich nirgendwo finden. Die Recherche beim Waschmittel war da schon ein wenig ergiebiger und brachte mich dazu, nach Alternativen zu suchen.

Interessant ist, das sich auch in anderen Dingen Schadstoffe befinden, mit denen wir absolut nicht rechnen. Meine Mutter sagte noch: "Kind, die Teflonpfanne darfst du nicht beschädigen, dann wird die Beschichtung giftig". Allerdings habe ich erst sehr viel später erfahren, das die Antihaft-Beschichtung beim Braten Perfluoroctansäure (PFOA) abgeben kann, die zumindestens umstritten ist.
(In den letzten Jahren ist die Herstellung von Fluorpolymeren in die Kritik geraten, da die dabei benötigte Perfluoroctansäure [wie alle perfluorierten Tenside] als persistenter und bioakkumulativer organischer Stoff im Verdacht steht, krebserregende und auch sonstige toxische Eigenschaften zu haben. Bei der Herstellung von Teflon entstehen langlebige perfluorierte Alkylsubstanzen, die in der Muttermilch nachgewiesen werden können.)
Tests fanden auch Schadstoffe, die über Kaffeeautomaten abgegeben werden können, oder Formaldehyd entwickelte sich beim Toasten. Auch die Unbedenklichkeit von Plastikflschen (aus PET = Poly-Ethylen-Terephthalat) wird seit Jahren kontrovers diskutiert, da im Material Weichmacher verwendet werden, die u.U. an den flüssigen Inhalt abgegeben werden können. Überall wo solche Materialien verwandt werden, die Phthalate (Weichmacher) enthalten, stehen sie in Verdacht in das Nahrungsmittel überzugehen, z.B. die Schraubverschlüsse von Gläsern die mit einer PVC-Schicht abgedichtet sind.

Das sind nur einige wenige Beispiele, aber Sie machen doch nachdenklich. Auch wenn es immer wieder von offizieller Seite heißt, dass die Substanzen nur in nicht relevanten Mengen auftreten, wer weiß das denn wirklich und hat die einzelnen Wechselwirkungen auf Umwelt und Gesundheit untersucht?