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Trinkwasser

Unbelastetes Trinkwasser ist als Heil- und Lebensmittel für die Gesundheit unerlässlich. Doch in unserer industrialisierten und wirtschaftsorientierten Welt wird mit diesem Gut der Natur nicht immer "pfleglich" umgegangen. Verunreinigungen mit Pestiziden und Schwermetallen mindern zunehmend die Qualität des Wassers. Industrialisierte Landwirtschaft macht Wasser nicht nur knapp, sondern sie belastet es auch mit Giftstoffen. Mit ihrer Verwendung von Nitratdüngern, Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden sowie der intensiven Massentierhaltung können immer mehr Schadstoffe in unser Grundwasser gelangen.

Die Wasserwerke tun ihr möglichstes um ein sauberes Trinkwasser zu gewährleisten. Allerdings können die Wasserwerke nicht alle Schadstoffe testen; nicht weil die Möglichkeiten nicht da wären, sondern weil das ein immenser Kostenaufwand wäre. Die Konsequenz davon wäre eine spürbare Verteuerung des Trinkwassers.

Arznei-Rückstände im Trinkwasser?

Jedes Jahr landen hierzulande rund sechs bis acht Prozent der Medikamente im Abfall, so die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das Berliner Umweltbundesamt vermutet sogar, dass bis zu 30 Prozent aller Medikamente weggeworfen werden, was etliche tausend Tonnen wären. Analytiker vom ESWE-Institut für Wasserforschung und -technologie spürten im Grundwasser mehr als 40 verschiedene Substanzen auf, darunter Analgetika (Schmerzmittel), Röntgenkontrastmittel, Anti-Epileptika, Antibiotika, Cholesterinsenker, Betablocker und Ethinylestradiol (Bestandteil der Anti-Baby-Pille).

Erst 1994 begannen die Analytiker überhaupt nach Arzneimittelrückständen im Grundwaser zu forschen. Früher ging man davon aus, das der Mensch die arzneilich wirksamen Bestandteile "verbraucht" und nur noch harmlose Substanzen ausscheidet. Mittlerweile wissen die Forscher, das dem nicht so ist. Zudem entsorgen immer noch Menschen die unverbrauchten Medikamentenreste in Toilette oder Hausmüll, was wiederum zu Belastungen der Mülldeponien führt. Benedikt Toussaint und seine Mitarbeiter vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Wiesbaden, fanden die höchsten Konzentrationen von Wirkstoffen im Grundwasser unterhalb einer großen Mülldeponie.

Experten sind sich uneins, können diese winzigen Mengen, die im Grundwasser nachgewiesen wurden, dem Menschen schaden? Einige glauben die Mengen sind viel zu gering, andere wollen eine Gefährdung nicht ausschließen.