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Vitamine

Vitamine sind Moleküle organischer Herkunft, die essentiell (lebenswichtig) für den Menschen sind. Wir brauchen sie in unterschiedlichen Mengen und können sie nur zum Teil selbst herstellen, daher müssen wir unseren Bedarf mit der Nahrung decken. Mit der Ausnahme von Vitamin D. Diese Substanz kann unser Körper bei ausreichender Sonneneinstrahlung selber bilden.

Im Jahr 1912 konnte der polnische Biochemiker Casimir Funk aus Reiskleie einen Stoff isolieren, der in der Lage war, die Mangelkrankheit Beri-Beri (zu deutsch: Schafsgang) zu heilen. Daraufhin benannte er diesen Stoff mit Vitamin, zusammengesetzt aus den Begriffen Vita = das Leben und Amin= Stickstoffverbindung.

Man unterteilt sie in fettlösliche (lipophile) und wasserlösliche (hydrophile) Vitamine.

Fettlösliche Vitamine

Vitamin A

Vitamin A auch Retinol oder Axerophthol genannt, wurde 1909 entdeckt, es gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und kann daher im Körper gespeichert werden.
Die Vitamine A und D sind wichtig für Wachstum, gesunde Haut, kräftige Knochen, gesundes Haar, Zähne und Zahnfleisch.
Vitamin A hat Einfluss auf den Sehvorgang, das Bindegewebe, den Fettstoffwechsel und bekämpft Freie Radikale.

Unser Organismus kann Vitamin A aus Beta-Carotin herstellen. Achtung - bei Überdosierung können gesundheitliche Störungen auftreten.

Vitamin D

Vitamin D oder Calciferol wurde 1918 entdeckt und gehört zu den fettlöslichen Vitaminen.
Vitamin D ist ein Sammelbegriff und umfasst eine Gruppe von essentiellen Bausteinen, die chemisch sehr eng miteinander verwandt sind. Besonders wichtig sind Vitamin D2 (Ergosterol) und D3 (Cholecalciferol), die UV-Licht zu ihrer Entstehung benötigen.

Wichtig für starke Knochen und feste Zähne sowie für die Aufnahme von Calcium und Phosphor im Darm. Außerdem ist es für die Regulation des Zellwachstums erforderlich.

Vitamin E

Als Vitamin E (Tocopherole) wird eine Gruppe von fettlöslichen Substanzen ähnlicher chemischer Zusammensetzung und Wirkung bezeichnet. In der Natur wird Vitamin E ausschließlich von Pflanzen synthetisiert. Es wurde 1922 entdeckt.

Vitamin E ist erforderlich für die Zellerneuerung, hemmt entzündliche Prozesse, stärkt das Immunsystem und wirkt vor allen Dingen als Radikalenfänger. Für Bauchspeicheldrüse und Galle, den Fettstoffwechsel und den Wasserhaushalt von Bedeutung.
Es ist nachgewiesen, dass ein Mangel an Vitamin E viele Zivilisationskrankheiten begünstigt.

Achtung, Vitamin E wird durch Hitzeeinwirkung und Gefrieren leicht zerstört.

Vitamin K

Vitamin K (K1 - Phyllochinon, K2 Menachion oder Farnochinon), entdeckt 1929, besteht aus einer ganzen Gruppe von essentiellen Wirkstoffen. Das "K" ist abgeleitet von seiner Hauptfunktion als Koagulationsstoff, als Stoff zur Bildung der Blutgerinnungsfaktoren. So muss das Blut bei Verletzungen schnell gerinnen, aber bei der Regelblutung der Frauen und bei Durchblutungsstörungen nicht.

Ist wichtig für den Elektronentransport in der Atmungskette. Mit Hilfe von Vit. K werden vom Körper komplizierte Gerinnungsfaktoren gebildet. Auch im Knochen wird es für die Synthese von Osteocalcin benötigt.

Wasserlösliche Vitamine

Vitamin C

Vitamin C auch Ascorbinsäure hat für viele Vorgänge essentielle Bedeutung. Entdeckt wurde es 1912/1913. Die bekannteste Mangelkrankheit ist der Skorbut. Im Jahre 1747 untersuchte der Schiffsarzt James Lind diese Krankheit und fand heraus, dass Zitrusfrüchte den gefürchteten Skorbut verhindern konnten.
In der Nahrung kommt Vitamin C vor allem in Obst, Gemüse und Grüntee vor, sein Gehalt sinkt jedoch beim Kochen, Trocknen oder Einweichen sowie bei der Lagerhaltung.

Vitamin C ist ein starker Radikalenfänger und kräftigt das Abwehrsystem. Es kräftigt das Bindegewebe, ist wichtig für die Entgiftung, kann Einfluss auf den Blutdruck haben und verbessert die Eisenaufnahme im Darm. Außerdem erfüllt es im Körper viele Funktionen, z.T. in Zusamenarbeit mit anderen Vitalstoffen. Eine Überdosierung ist schwer möglich, da überschüssiges Vitamin C vom Körper ausgeschieden wird.

Vitamin-B-Komplex

Unter dem Begriff Vitamin-B-Komplex werden alle wasserlöslichen Vitamine außer Vitamin C zusammengefasst. Alle Vitamine des B-Komplexes sind Vorstufen von so genannten Coenzymen. Das sind relativ kleine Bio-Moleküle, die die wesentlich größeren Enzyme bei Stoffwechselreaktionen unterstützen.
Obwohl die einzelnen Vitamine des B-Komplexes chemisch sehr unterschiedlich zusammengesetzt sind und auch ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen, gehören sie zu einer "Familie". Das liegt daran, dass es auch Gemeinsamkeiten gibt:

1. Alle B-Vitamine haben mit der Energieversorgung zu tun.
2. Als Bestandteil von Nahrungsmittel treten B-Vitamine gemeinsam auf.

Die Vitamine der B-Gruppe werden im Körper schnell verbraucht und Überschüsse ausgeschieden. Sie lassen sich nicht in nennenswertem Umpfang im Körper speichern. Eine Ausnahme bildet das Cobalamin (B12).

In der heutigen Gesellschaft gibt es kaum noch Mangelkrankheiten wie Beri-Beri oder Pellagra, aber in der Orthomolekular-Medizin geht man davon aus, dass auch eine zu geringe Versorgung zu Problemen führen kann.

Thiamin

Vitamin B1 - Thiamin oder Aneurin genannt, wurde 1912 entdeckt. Das Vitamin kann Beri-Beri verhindern.

B1 unterstützt die Energieproduktion, den Kohlenhydratstoffwechsel und die gesunde Funktion von Muskeln und Nerven. Es kann helfen Lern- und Konzentrationsprobleme besser zu bewältigen. Bei amerikanischen Schulkindern mit Thiamin-Mangel wurde eine Verbesserung der Lernfähigkeit von bis zu 25% nach Auffüllung des Thiamin-Spiegels festgestellt.
Eine weitere hervorragende Eigenschaft dieses Vitamins ist seine Fähigkeit, die geistige Einstellung des Menschen positiv zu beeinflussen. Man hat es deshalb auch das "Moral-Vitamin" genannt.

Riboflavin

Vitamin B2 - Riboflavin oder auch Laktoflavin genannt, wurde 1920 entdeckt. Es unterstützt die normale Energieproduktion, die Bildung der roten Blutkörperchen und gesunde Gewebe.Weitere positive Auswirkungen hat das Vitamin auf Haar und Fingernägel, es erleichtert die hell-dunkel-Anpassung der Augen und bringt überanstrengten Augen Erleichterung.

Spröde, rissige Haut an Mund, Lippen und Genitalien können auf eine Riboflavin-Unterversorgung hindeuten.

Strenge Vegetarier (Veganer), die weder Fleisch, Fisch, Milch noch Eier essen, können starke Vitamin B2-Mängel zeigen.

Niacin

Vitamin B3 wurde 1936 entdeckt. Es kommt in Nahrungsmitteln und in Supplementen in drei Formen vor: als Nikotinsäure, Niacinamid und Inositol-Hexanicotinat.
Die Nicotinsäure kann sich positiv auf den Cholesterin-Spiegel und den Blutdruck auswirken. Niacin hat einen beruhigenden Effekt, weshalb es auch bei psychischen Erkrankungen eingesetzt wird. (Allerdings in einer therapeutischen Dosierung, die über normale Nahrungsaufnahme nicht zu erreichen ist.)

Die Nicotinsäure verursacht zu Beginn der Einnahme manchmal eine Nebenwirkung, den so genannten "Niacin-Flush", das ist eine, kurze Zeit nach der Einnahme, auftretende Hautrötung mit Kribbeln und manchmal auch mit harmlosen Schwellungen. Diese Nebenwirkung verschwindet bei regelmäßiger Einnahme.

Niacin steigert die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten - also unbedingt mit Ihrem Arzt oder Therapeuten abstimmen.

Pantothensäure

Vitamin B5, das "Anti-Stress-Vitamin" wurde 1931 entdeckt. Es wird für einen gesunden Zellaufbau und für den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel benötigt. Seinen Ruf als Anti-Stress-Vitamin erhielt es durch die Tatsache, dass die Drüsen der Nebennieren bei Belastung nur mit ausreichend B5 genügend stresslindernde Hormone produzieren.

B5 kann die Wundheilung fördern (auch bei Sonnenbrand), das vorzeitige Ergrauen der Haare verhindern und die Abwehrkräfte steigern.

Pyridoxin

Vitamin B6 - auch Adermin genannt wurde 1934 entdeckt. Vitamin B6 besteht aus drei verschiedenen Verbindungen: Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin. Besonders wichtig ist es für die Zellen der Leber, der Haut und der Nieren.

Weiterhin für die Bildung des "Nervenhormons" Serotonin zusammen mit der Aminosäure Tryptophan. Im Gehirnstoffwechsel ist Vitamin B6 an der Bereitstellung der Botenstoffe der Hirnzellen maßgeblich beteiligt, ebenso an Stoffwechselvorgängen mit Eiweißumsatz.

Interessant ist die positive Wirkung von B6 beim so genannten Karpaltunnel-Syndrom.

Cobalamin

Vitamin B12 auch Cyano-Cobalamin wurde 1926 entdeckt. Bereits ein geringer Mangel kann zu unspezifischen Symptomen führen, die häufig nicht erkannt werden. Risikogruppen für einen B12-Mangel sind Raucher, Senioren, Schwangere, Vegetarier und Menschen, die an chronischen Durchfällen leiden. Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, haben einen höheren Bedarf an B12.

Cobalamin wird für die Herstellung und Regeneration der roten Blutkörperchen ebenso benötigt, wie für eine gesunde Nervenfunktion.

Biotin

Vitamin B7 oder auch B8 - früher Vitamin H genannt - wurde in mehreren Schritten zwischen 1898 und 1943 entdeckt. Es stärkt Haut, Haare, Nägel, ist wichtig für die Synthese von Fettsäuren und zusammen mit Vitamin K zur Synthese des Gerinnungsfaktors Prothrombin erforderlich. Biotin ist beteiligt am Abbau von Aminosäuren, als Coenzym ist es notwendig für alle Stoffwechselvorgänge, die mit Kohlendioxyd (CO-2;) zu tun haben, wie z.B. der Fett-, Kohlenhydrat- und Aminosäuren-Stoffwechsel.

Folsäure

Vitamin B9 wurde 1941 endeckt und ist in manchen Teilen der Welt auch als Vitamin B11 oder Pteroylglutamat bekannt. Folsäure ist licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich. Außerdem gut wasserlöslich, daher sollten längeres Wässern sowie lange Lager- und Kochzeiten vermieden werden.
Folsäure findet sich in Leber, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, rote Bete, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Tomaten, Eigelb und Nüssen. Auch in Obst, Fisch und Fleisch finden sich geringe Mengen davon.

Fast die Hälfte der Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, haben zu wenig Folsäure im Blut. (Die Östrogenhormone verhindern eine gute Verwertung im Dünndarm, was zu einer Absenkung von fast 40% führt). Will eine Frau jetzt schwanger werden, sollte sie besonders auf eine ausreichende Folatzufuhr achten. Für die Entwicklung eines Babys sind bereits die ersten drei Wochen einer Schwangerschaft wichtig. Viele Frauen stellen aber eine Schwangerschaft erst fest, wenn die Menstruation ausbleibt, zu spät für eine rechtzeitige Folsäure-Supplementierung.

Folsäure wird zur Bildung der weißen Blutzellen und der Thrombozyten benötigt; auch für die Haut- und Schleimhautfunktionen ist Folsäure unentbehrlich. Außerdem kann sie vor Damparasiten und Lebensmittelvergiftungen schützen.