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Spurenelemente

Obwohl die Einsicht langsam wächst, dass Vitamine essentiell für die Gesundheit sind, führen Mineralstoffe und Spurenelemente oftmals ein Schattendasein, obwohl sie wichtige Funktionen im Stoffwechsel haben und oftmals Bestandteil von Enzymen sind. Mineralstoffe und Spurenelemente brauchen im Körper ein Eiweißmolekül für den Transport. Ist die Eiweißverdauung gestört, oder fehlt Magensäure, kann trotz ausgewogener Ernährung ein Mangel auftreten. Im Gegensatz zu den Mengenelementen benötigt unser Organismus nur winzige Mengen dieser Stoffe. Im Allgemeinen versteht man darunter Stoffe, die weniger als 0,1% des Körpergewichts ausmachen.

Chrom

Die Rolle von Cr(III) im menschlichen Körper wird zur Zeit kontrovers diskutiert. Es gibt Hinweise darauf, dass Cr(III) eine Bedeutung im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel von Säugetieren haben könnte. Wie oftmals gibt es aber auch andere Aussagen:
Chrom ist für den Zuckerhaushalt unentbehrlich, da es für die Insulinbildung benötigt wird. Offensichtlich hat es auch positive Wirkungen auf Arteriosklerose, da es das Enzym für den Fettstoffwechsel anregt. Es kann das HDL-Cholesterin erhöhen und fördert das Wachstum durch Einfluss auf den Eiweißstoffwechsel. Chrom ist notwendig für die Hornhaut und Linsen der Augen. Die Verarbeitung von raffiniertem Zucker verbraucht besonders viel Chrom.

Eisen

Eisen ist ein essentielles Spurenelement für fast alle Lebewesen, vor allem für die Blutbildung. Im Körper liegt es oxidiert als Eisen(II) und Eisen(III) vor. Es ist für Sauerstofftransport und -speicherung verantwortlich.
Eisen ist wichtig für die Funktion der Muskelfasern und gibt dem Fleisch die rote Farbe (Myoglobin). Bei Nickelmangel ist die Eisenaufnahme deutlich gesenkt. Auch ein Zuviel an Kalzium oder Phosphor behindert die Eisenaufnahme. Tee, Kaffee und Rotwein bilden zusammen mit Eisen schwer verwertbare Verbindungen. Vitamin C hingegen ist ein guter Partner, denn es steigert die Aufnahme und Verwertbarkeit von Eisen.
Zu wenig Eisen bedeutet eine Reihe von Befindlichkeitsstörungen, z.B. rauhe Haut, Risse in den Mundwinkeln, brüchiges Haar, Reizbarkeit, Rillen in den Fingernägeln, zuviel hingegen behindert andere Vitalstoffe. Frauen verlieren während der Menstruation Eisen.
Einen Eisenmangel kann der Arzt mit dem so genannten Serum-Ferritin-Test feststellen.

Jod

Jod spielt im Organismus hauptsächlich eine Rolle für die Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3). Diese Hormone steuern den Stoffwechsel des gesamten Körpers. In Deutschland enthält der Boden nur sehr wenig Jod, daher sind viele Menschen mit Jod unterversorgt. Seefische und Algen (Kelp) sind eine gute Quelle.

Jodmangel führt zunächst nur zu einer vergrößerten Kropfbildung der Schilddrüse. Erst ein ausgeprägter Jodmangel hat auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) zur Folge, die sich durch eine Minderproduktion von T4 und T3 auszeichnet. Da die Schilddrüsenhormone wesentliche Funktionen in der Regulation von Stoffwechselprozessen in beinahe jeder Zelle des Körpers übernehmen, resultieren aus einer Schilddrüsenunterfunktion schwerwiegende Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen.

Kobalt

Kobalt ist für die menschliche Ernährung ein essentielles Spurenelement als Bestandteil von Vitamin B12 (Cobalamin), welches beim gesunden Menschen von den Darmbakterien direkt aus Kobalt-Ionen gebildet werden kann. Es ist für die Bildung der roten Blutkörperchen als auch für den Aufbau von Zellkernen durch Aktivierung vieler Enzyme erforderlich. Kobalt scheint für die Jodaufnahme in die Schilddrüse wichtig zu sein und für das Herauslösen von Eisen aus den Speichern.
Größere Überdosen (ab etwa 25–30 Milligramm pro Tag) können zu Haut-, Lungen-, Magenerkrankungen, Leber-, Herz- und Nierenschäden führen. Als man früher dem kanadischen Bier Kobalt als Schaumstabilisator zusetzte, kam es zu Herzmuskelschwäche bei Biertrinkern. Heute wird dem Bier Kobalt nicht mehr zugesetzt.

Kupfer

Kupfer ist wichtig für das Bindegewebe, die Gefäßbildung und den Knochenaufbau (Lysyloxidase). Kupferhaltige Enzyme wirken auch im Herzen, der Zellatmung, der Hämoglobinsynthese, im Wachstum und sind für das Immunsystem besonders wichtig; denn bei Infektionen können die Abwehrzellen nur vermehrt werden, wenn genügend Kupfer in den Speichern vorhanden ist. Auch die Schilddrüse benötigt Kupfer, um die Schilddrüsenhormone zu bilden. Außerdem ist Kupfer notwendig für den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel, für die Muskelaktivität, viele Funktionen im zentralen Nervensystem sowie für den Wasserhaushalt. Auch die Hirnanhangdrüse, das Steuerungsorgan aller wesentlichen Hormonbildungsorgane, benötigt unbedingt ausreichend Kupfer.
Kupfer ist vor allem in Schokolade, Leber, Getreide, Gemüse und Nüssen enthalten.
Ein Kupfermangel tritt beim Menschen selten auf, hauptsächlich bei langanhaltenden Durchfällen, frühreifen Kindern, nach einer langanhaltenden Unterernährung oder schlechter Aufnahme im Darm durch Krankheiten wie z. B. Sprue, Morbus Crohn oder Mukoviszidose. Die Einnahme hoher Dosen von Zink, Eisen oder Molybdat kann ebenfalls zu verringerten Kupfermengen im Körper führen

Mangan

Mangan aktiviert viele Enzyme. Es ist wichtig für mindestens 6 Enzyme in deren aktiven Zentren, die insbesondere für den Zuckerstoffwechsel, die Fettverwertung (zusammen mit dem Vitamin B-Komplex) und die Knorpelbildung zuständig sind. Es spielt auch eine Rolle im Eiweißstoffwechsel. Für die Muskeln ist Mangan unerlässlich. Zusammen mit Vitamin K ist Mangan an der Bildung des Blutgerinnungsfaktors beteiligt.
Mangan spielt für die gesunde Entwicklung und das Körperwachstum, aber auch bei der Entgiftung sowie der Stärkung der Abwehrfunktionen eine wichtige Rolle. Manganreich sind Nüsse, Vollkornprodukte, Keimlinge, Erdbeeren und Kakao. Milch, Mineralwässer und manche Trinkwässer sind manganarm.

Molybdän

Molybdän ist wichtig für mindestens 3 Enzyme, in denen es enthalten ist. Einige Enzyme, in denen Molybdän enthalten ist, sind wichtig für den Fettstoffwechsel, die Mobilisierung von Eisen und Kupfer und den Sauerstoff-Stoffwechsel. Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut haben sehr häufig einen Molybdänmangel.
Werden hohe Aufnahmen (10–15 mg/Tag) erreicht – zum Beispiel durch molybdänreiche Böden, so treten gichtähnliche Symptome, Gelenkschmerzen und Lebervergrößerungen auf.

Selen

Ein Spurenelement, von dem bekannt ist, dass die Böden in Deutschland arm daran sind. Somit sind auch die Nahrungsmittel arm an Selen. In der Milchviehfütterung wird Selen zugesetzt, denn der natürliche Selengehalt unserer Futtermittel reicht zur Versorgung der Nutztiere oft nicht aus.
Selen, das früher als giftig galt, wird in den letzten Jahren intensiv erforscht; dabei erkennt die Wissenschaft immer mehr Funktionen, für die unser Organismus Selen benötigt.
Das Spurenelement kann das Abwehrsystems und die Herzfunktion positiv beeinflussen. Es unterstützt den Körper bei der Entgiftung von Blei, Cadmium und Quecksilber. Muskulatur, Herz und Gefäßsystem profitieren ebenfalls von einer ausreichenden Selen-Versorgung. Darüber hinaus erhöht Selen den körpereigenen Schutz gegen Bakterien und Viren, indem es die Abwehrkräfte anregt und es spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion der Schilddrüsenhormone.
Selen ist hitzeempfindlich - durch Kochen gehen ca. 50% des in der Nahrung enthaltenen Selens verloren.

Vanadium

Vanadium ist ein seltenes Spurenelement, es ist wichtig für die Steuerung des Fettstoffwechsels und kann, zusammen mit anderen Vitalstoffen, Osteoporose und Karies vorbeugen. Außerdem scheint es einen Einfluss im Zuckerstoffwechsel zu haben.
In biologischen Systemen ist Vanadium essentieller Bestandteil einiger Enzyme, z. B. so genannter Haloperoxidasen.
Wer viel Pflanzenöl in der Küche benutzt, ist meist gut mit Vanadium versorgt.

Zink

Ist ein "Tausendsassa" unter den Spurenelementen und für den menschlichen Körper von größter Bedeutun. Es hat viele verschiedene Aufgaben, so nimmt es Schlüsselrollen im Fett- und Eiweißstoffwechsel ein und ist beteiligt am Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Eine bedeutende Rolle spielt es bei der Wundheilung.
Es ist wichtig für mehr als 70 Enzyme, darunter die Enzyme des Erbmaterials. Zinkgaben bewähren sich in der Rheumatherapie und beim Morbus Crohn, außerdem wird die Zuckerverwertung verbessert. Zink ist auch ein Antioxidans und wichtig für die Entgiftung.

Knochen, Haut, Haare, Nägel sowie die Geschlechtsorgane weisen besonders hohe Zinkgehalte auf. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Zinkmangel bei Frauen und Männern zu reduzierter Fruchtbarkeit führen kann.
Zink ist Obst und Gemüse nur in geringen Mengen vorhanden. Im Getreide ist der Zinkgehalt vom Ausmahlungsgrad abhängig, da das Spurenelement vornehmlich in den Randschichten enthalten ist. Die wichtigsten Quellen sind Fleisch (rotes Fleisch mehr als helles), Fisch, Milchprodukte, Eier, Ölsaaten sowie Schalentiere.

Forschung ändert Ansichten

Im Laufe der Zeit ändern sich die Erkenntnisse. So auch bei der Spurenelementforschung. Sieht man sich die Übersichten von vor 50-60 Jahren an, stellt man fest, dass z.B. damals das Spuenelement Selen noch als giftig eingestuft wurde.