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Coenzym Q10

Energie-Vitamin Q10

Ohne Sauerstoff überlebt der Mensch nur wenige Minuten, ohne Wasser wenige Tage und ohne Nahrung wenige Wochen. Eine Tatsache ist auch, dass der Mensch ohne Coenzym Q10 nicht existieren kann.
Ob Sauerstoffaufnahme, Bewegung oder Vermehrung der lebenden Substanz, alles erfordert Energie. Ohne Q10 wird die Erzeugung von Energie unterbrochen. Q10 ist ein Stoff, den unser Organismus selbst synthetisieren kann, und er ist überall im Körper vorhanden. Daher wird er auch als Ubichinon bezeichnet.

Die Produktion des Coenzyms Q10 lässt mit zunehmendem Alter nach, während sich der Bedarf bei chronischen Erkrankungen, körperlichem Stress (z.B. chirurgische Eingriffe) und intensivem Sporttreiben erhöht. In diesen Fällen besteht nicht selten ein Mangel an diesem wichtigen Stoff. Coenzym Q10 wird auch aus der Nahrung aufgenommen, die Zufuhr kann täglich etwa bis zu 10 mg betragen. Die wichtigsten Nahrungsquellen sind Fleisch, z.B. Rind, Huhn und Leber, Fisch, Nüsse und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, z.B. aus Sojaöl. Gemüse und Milchprodukte enthalten nur geringe Mengen.

Der Gesamtgehalt an Coenzym Q10 wird im Körper auf etwa 500 mg bis 1500 mg geschätzt. Die tatsächlich vorhandene Menge hängt stark von den Lebensjahren ab. Mit zunehmendem Alter verliert der Körper die Fähigkeit, Coenzym Q10 selbst zu bilden. Ursache dafür ist vermutlich eine verminderte Biosynthese sowie zunehmender oxidativer Stress, der den Bedarf an Coenzym Q10 erhöht. Er ist dann oft durch die körpereigene Bildung und durch die Nahrung nicht mehr zu decken. Hinzu kommt, dass Coenzym Q10 im Körper in unterschiedlichen Mengen vorhanden und nötig ist. Es hängt offenbar vom Energiebedarf der Körperzellen ab, wieviel Coenzym Q10 vor Ort gebraucht wird. Besonders viel Coenzym Q10 enthalten beispielsweise die Zellen des Herzens und der Leber, daneben auch Niere und Pankreas. Am deutlichsten macht sich der Abfall von Coenzym Q10 im Alter am Herzen bemerkbar. Ist ein 20-jähriger noch mit 100 % Coenzym Q10 im Herzen versorgt, sinkt der Anteil bei einem 40-jährigen um 30 %, bei einem 80-jährigen sogar um 60 %.

Abnahme der Q10-Werte bei älteren Menschen (in %)

Organ 39 - 43 jährige 77 - 81 jährige
Herz - 31,8 - 57,1
Lunge +/- 0 - 48,3
Milz - 12,8 - 60,1
Leber - 4,7 - 17,0
Niere - 27,4 - 34,7
Bauchspeicheldrüse - 8,1 - 69,0
Nebenniere - 24,2 - 47,2
    Studie von Kalén, 1989

Was ist Q10

Coenzym Q extrahierte Frederick L. Crane (USA) erstmals 1957 aus Rinderherzen. Coenzyme Q bestehen aus Sauerstoff-, Wasserstoff- und Kohlenstoffatomen mit ringförmiger Chinonstruktur und unterschiedlich langen Isoprenoidketten. Diese hat bei Säugetieren und damit auch beim Menschen zehn Einheiten.
Die chemische Formel entschlüsselte Karl Folkers und gab dem Coenzym Q10 danach seinen Namen. Es ist ein fettlösliches Molekül und ähnelt den Vitaminen A, E und K, daher wird es Vitaminoiden, vitaminähnlichen Stoffen, zugeordnet. Coenzym Q10 wirkt mit einigen Vitaminen synergistisch, andere sind für seine Synthese als essentielle Cofaktoren nötig. Coenzym Q10 ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff für die Energieversorgung und Teil der Elektronentransportkette.
In den Zellen ist Coenzym Q10 vor allem in den Mitochondrien - den "Kraftwerken" der Zellen - angesiedelt. Es ist wichtig für den Elektronentransfer, für die Zellatmung und für die Kontrolle von oxidativen Reaktionen. Coenzym Q10 ist außerdem für die Zellen ein wichtiges Antioxidans. Ist es ausreichend vorhanden, werden die Zellmembranen (Trennhäutchen) vor Schäden durch freie Radikale geschützt. Coenzym Q10 unterstützt dabei auch die antioxidativen Wirkungen von Vitamin E.