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Omega 3 Fettsäuren und ihre Bedeutung

Manche Forscher gehen davon aus, dass der Stoffwechsel der heute lebenden Menschen noch immer derselbe ist, wie in sehr früher menschlicher Geschichte. Damals gab es noch keine Möglichkeit Lebensmittel lange zu lagern, daher wurde, wenn Nahrung da war viel gegessen - um Zeiten zu überstehen, wenn Nahrung Mangelware war.
Der Mensch legte sich also im Sommer die Fettreserven an, die ihn über den Winter brachten. Wenn unser Soffwechsel heute noch genauso arbeitet, legen wir uns ebenfalls Fettreserven für schlechte Zeiten an, nur tun wir das jetzt ganzjährig. Das führt wiederum zu zunehmendem Körperumfang, da es keinen Nahrungsmangel in den Industrieländern mehr gibt.

Viel und falsch?

Im Supermarkt erwartet uns heute eine immense Anzahl von Nahrungsmitteln und vor allen Dingen Fertigprodukte. Immer wieder höre ich den Satz: "Ich habe keine Zeit, um mich stundenlang in die Küche zu stellen und das Essen zuzubereiten." Aber stimmt das eigentlich wirklich, oder glauben wir das nur, weil uns alle erzählen sie haben keine Zeit?

Wenn ich das Essen selber zubereite, dann weiß ich genau was im fertigen Gericht steckt, bei Fertiggerichten benötige ich manchmal sogar ein Lexikon, um zu verstehen, welcher Zusatzstoff das denn nun schon wieder ist.
Habe ich Hunger, signalisiert mein Körper einen Mangel an Nährstoffen, esse ich dann ein Produkt in dem dieser Nährstoff oder diese Nährstoffe nicht vorhanden sind - habe ich Hunger! Also esse ich mehr oder öfter. Eine Spirale die meiner Meinung nach zu Übergewicht führen muss.

Es gibt viele Ernährungsempfehlungen, die helfen sollen ein vorhandenes Übergewicht zu reduzieren: Da ist die Rede von fettreduziert, kalorienreduziert, Kohlehydratreduziert und so weiter. Was haben alle diese Empfehlungen gemeinsam? Sie wirken immer nur kurzfristig.
Menschen, die übergewichtig sind, haben meist den Wunsch, dieses Gewicht zu reduzieren. Moderne Ernährungswissenschaft gibt dazu viele Tips, die Mediziner empfehlen dann auch noch zusätzlich Bewegung, da das Übergewicht ja nur entsteht, wenn ich zuviel esse und mich zu wenig bewege. Stimmt das?

Das heutige non plus ultra ist der so genannte BMI (Body-Mass-Index = Körpergewicht : Körpergröße im Quadrat). In Untersuchungen wurde festgestellt, dass der BMI von unter einjährigen Kindern bereits zu hoch ist. Liegt das denn nun daran, dass diese Babys zu viel Fast Food essen, zu viele Süßigkeiten, zu lange vor dem Fernseher sitzen und zu wenig Sport treiben?
Entgegen der weit verbreiteten Meinung hat unser Verzehr an Fett seit den 80er Jahren regelmäßig abgenommen, die Bevölkerung aber seit diesem Zeitpunkt regelmäßig zugenommen (gleichzeitig hat sich der Konsum von pflanzlichen Ölen verdoppelt). Sollte da ein Zusammenhang bestehen?

Ein anderer Ansatz

Aus Frankreich kommt die Idee die Mahlzeit-Zusammensetzung gar nicht so sehr zu ändern, allerdings darauf zu achten, welche Fettsäurenzusammensetzung man isst. Das heißt Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich zu nehmen (Max. 5:1 das heißt 5 Teile Omega-6, 1 Teil Omega-3). Dabei ist ein Verhältnis von 2:1 im Nahrungsmittel sogar noch besser.
Die heutige Ernährung ist jedoch extrem Omega-6 überhängig. In vielen Fertigprodukten wurde das billige Palmöl verwendet, dass sehr Omega-6 lastig ist. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, das viele Menschen heute einen Wert von 15-20:1 aufweisen. Nun, Omega 6 ist, einfach gesagt, entzündungsfördernd, Omega 3 entzündungshemmend.

Nicht wiederkäuende Tiere wie Gänse und Kaninchen ernähren sich von Gras - ihr Fleisch ist reich an Omega-3 Fettsäuren. Auf Kreta wird viel solches Fleisch verzehrt, bei uns weniger, weil ja Gänsefleisch als fett gilt; Kreter haben allerdings auch sehr wenig Herz-Kreislauferkrankungen, sollte da ein Zusammenhang bestehen?

Nahrungskette

Rinder (und übrigens auch Schweine) werden in unseren modernen Zuchtbetrieben nicht so ernährt, wie sie sich ernähren würden, wenn sie nicht in unseren Ställen stehen würden. Mais und Soja (übrigens beide Omega-6 lastig) gehören zu den Hauptnahrungsmitteln dieser Tiere. In alten Zeiten war das anders, die Tiere durften lange Zeit draußen zubringen und Gras fressen (Omega-3 haltig), im Winter wurde dann Heu und Grassilage gefüttert und es gab z.B. einen gekochten Leinsamen-Brei dazu, was dafür sorgte, das die Fettsäuren-Zusammensetzung in diesen Fleischsorten eine andere war, als heute. Und immerhin steht der Mensch am Ende dieser Nahrungskette.

Omega 6 kontra Omega 3

In der Lyoner Herzstudie Ende der 80er Jahre wurden 300 Freiwillige, die schon einmal einen Herzinfarkt erlitten hatten, in zwei Gruppen aufgeteilt, eine bekam eine Diät reich an Omega-6 Fettsäuren, die andere erhielt eine Omega-3 reiche Diät (mit viel Rapsöl). Die Studie war auf fünf Jahre angelegt. Nach zwei Jahren stoppte die Ethikkommission diese Studie, der Grund: In der Omega-6 Gruppe war es zu 16 Todesfällen aufgrund eines erneuten Herzinfarktes gekommen, während es in der Omega-3 Gruppe nur 3 Todesfälle gab. In der Omega-6 Gruppe gab es außerdem zehn plötzliche Todesfälle, in der Omega-3 Gruppe hingegen keinen. Übrigens wird eine Omega-6 reiche Ernährung immer noch empfohlen um die angeblich zu hohen Cholesterinwerte zu senken.

Jeder Leser mag seine eigenen Schlüsse aus dem gelesenen ziehen.