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Fisch - ein gesundes Lebensmittel

Viele Ernährungsfachleute raten zu Fisch-Verzehr. Allerdings gibt es mittlerweile mehr als zwei Dutzend Fisch-Arten die bedroht sind und sogar kurz vor dem Aussterben stehen (beispielsweise der Rote Thun). Jährlich werden weltweit rund 100 Millionen Tonnen Fisch verzehrt, was in einigen Gebieten bereits zu leeren Fischgründen geführt hat. Die hochmodernen Fangflotten weichen jetzt auch in Meeresgebiete mit größeren Tiefen aus und fangen alles was schwimmen kann. Aber nicht nur Fische sondern auch Seevögel, Schildkröten oder geschützte Arten gehen den Fischern ins Netz. Der so genannte Beifang beträgt bis zu 30 Millionen Tonnen pro Jahr, so die Ernährungsorganisation FAO.
Viele der gefangenen Fische sind eigentlich noch Babyfische, sie sind noch nicht geschlechtsreif und hatten keine Möglichkeit der Fortpflanzung. Zwischen 30 und 80% der Fische gehören zu den Jungfischen.
Dazu kommt für uns hier in Deutschland, dass das heimische Meeresgebiet längst überfischt ist, 87% der Meerestiere die hier verzehrt werden, kommen mittlerweile als Import zu uns. Zu den bedrohten Fischarten zählen u.a. Kabeljau, Schellfisch und Scholle, alles beliebte Fische auch bei uns in Deutschland. Jeder Deutsche verzehrt im Jahr ca. 15,7 Kilogramm Fisch; auf der Bekliebtheitsskala ganz oben: Alaska-Seelachs, Hering und Lachs.

Ist Aquakultur besser?

Eine Alternative zum normalen Fischfang ist die Fischzucht, auch als Aquakultur bekannt. Da die natürlichen Bestände immer weiter schwinden, liefern große, industrielle Fischzuchtbetriebe u.a. in Chile, Kanada und Norwegen mittlerweile 47% des weltweiten Bedarfs.
So schön sich das auch anhört, Aquakulturen schaffen große Probleme. So wird in den Zuchtfarmen Fisch verfüttert, rund 20 Millionen Tonnen jährlich, was wiederum zur Überfischung beiträgt. Mittlerweile wird auch Krill gefüttert, das Basisfutter für Wildfische.
Außerdem wird auf den Fischfarmen, genau wie in der übrigen Massentierhaltung Antibiotika eingesetzt, was letztendlich zu Resistenzen auch beim Menschen führen kann. Schadstoffe, die leider auch in unseren Meeren immer öfter zu finden sind, reichern sich in fettreichen Fischen besonders an, auch die landen mit den Fischen auf unseren Tellern.
Lebensräume in Küstennähe (z.B. Mangroven), die für Fischfarmen genutzt werden, können zerstört werden. Hormone und Antibiotika landen auch im Umfeld der Fischfarmen und belasten die wildlebenden Fische. Außerdem ist die Besatzdichte in den Farmen, wie in der Massentierhaltung üblich, oft viel zu hoch.

Zertifizierter Fisch?

MSC-Sigel

Das wohl bekannteste Siegel in diesem Bereich ist das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), es wurde 1997 von der Organisation WWF und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet. Es oll eine nachhaltige Fischerei garantieren. Wie der Focus unlängst schrieb, kritisieren Organisationen wie Pro Wildlife das Siegel, da auch Fische die mit der zerstörerischen Grundschleppnetz-Fischerei gefangen werden, zertifiziert werden. Laut Pro Wildlife gingen die Bestände des stark überfischten Blauen Seehechts (Hoki) und des kanadischen Rotlachses auch nach MSC-Zertifizierung so stark zurück, das die Fangquoten reduziert werden mussten. Mit den Ökosiegeln wird dem Verbraucher ein ruhiges Gewissen vermittelt - nur leider bringen die Sigel nicht den gewünschten Erfolg. Die einzige Möglichkeit manche Fische vor dem Aussterben zu retten, scheint wirklich der Verzicht zu sein.

Die Standards der Siegel scheinen nicht auszureifen. Zumal beispielsweise an der neuesten Entwicklung der Standards für Lachs ist einer der umstrittensten Lachsproduzenten der Welt, das norwegische Unternehmen Marine Harvest, beteiligt. Andere Ökosigel wie Naturland oder Bioland haben bessere Standards, ihr Marktanteil für Fisch- und Meeresfrüchte ist jedoch noch klein.